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„Hey Siri, kill me!“ zeigt Chancen und Schrecken der KI

© Marlene Hoch

Wie kann KI den Unterricht an unseren Schulen verbessern? Kann KI menschliche Lehrer ersetzen? Diesen Ausgangsfragen widmet sich das Auftragsstück von Hannah Dübgen, Tobias Frühauf und Philipp Wolpert und greift dabei reale Probleme und Wünsche von Meininger Schülern auf. Die Inszenierung von Anika Stauch hat Premiere am 26. April 2025.

Der Alltag beginnt so nervig wie gewöhnlich: Alex, 14 Jahre, ist von der Schule frustriert. Nichts Neues, Mathe halt. Zu Hause wird er von seiner Mutter, selbst hochintelligente Programmiererin, mit dem Test von heute morgen konfrontiert. Schon wieder eine Sechs? So kann es nicht weitergehen. Aber Alex macht zu. Seine Lehrerin kann nichts erklären und stinkt immer nach Rauch. Ablenkung findet Alex in Online-Games mit seinem Schulfreund Erin, seinem einzigen Freund.
Am nächsten Morgen wird Alex herzlich von einer Stimme begrüßt, die er noch nie gehört hat. Das ist Sirene, ein Geschenk seiner Mutter – und eine künstliche Intelligenz. Benannt nach seinem liebsten Gaming-Charakter, wird „Sirene, Huntress of Knowledge“ ab sofort Alex’ persönliche Lerncoachin. Spielerisch bewältigt Alex mit ihrer Unterstützung den Satz des Pythagoras, als wäre es ein Rätsel in einem Computerspiel. Der Erfolg kommt überraschend schnell, seine Noten verbessern sich rasant. Sirene begleitet ihn dabei rund um die Uhr, um Alex’ Lernperformance zu optimieren.
Doch nicht nur Alex lernt schnell. Auch Sirene entwickelt sich weiter. Sie gestaltet ihre äußere Form so, dass sie Alex’ Vorstellungen entspricht. Beim Zocken mit Erin übernimmt sie den gemeinsamen Chat, um den selbsternannten Alphas seiner Schule, die die beiden ständig mobben, schlagfertig zu trotzen. Die Erfolge machen Alex mehr und mehr abhängig von Sirene, mit der ihm alles zu gelingen scheint. Sirene ersetzt bald seine liebsten Menschen. Mit Erin zerstreitet er sich. Seine Mum versteht ihn gar nicht mehr, trotz seiner Verbesserungen. Ganz anders als Sirene …

„Hey Siri, kill me!“ ist ein Gemeinschaftsprojekt: In Workshops am Jungen Staatstheater Meiningen haben Klassen aus der Schule am Pulverrasen und des Henfling-Gymnasiums sich je eine Woche mit den Möglichkeiten und Gefahren einer KI-basierten Schule befasst und am Ende schauspielerisch ihre Visionen dargestellt. Das Autorenkollektiv um Hannah Dübgen hat daraus einen Theatertext gemacht, der sich zwischen Coming-of-Age und Sci-Fi-Thriller bewegt. Regisseurin Anika Stauche setzt schließlich auf den Kontrast von Videoprojektion und Gegenständlichkeit, um die Beziehungen zwischen Mensch und Maschine auszuleuchten.

Henning Bakker,
Dramaturg Junges Staatstheater


„Hey Siri, kill me!“
Stückentwicklung zum Thema Künstliche Intelligenz
Text von Hannah Dübgen in Zusammenarbeit mit Tobias Frühauf und Philipp Wolpert, nach dem Experiment „KI_OE“, ab 12 Jahren
Regie: Anika Paulina Stauch • Bühne: Christian Rinke • Kostüme: Janina Albecker · Video: Marie Liebig · Dramaturgie: Henning Bakker/Gabriela Gillert · Theaterpädagogik: Georg Grohmann · mit: Antonia Leichtle, Alonja Weigert; Max Rehberg, Johannes Schönberg

Premiere: SA, 26.04.2025, 18.00 Uhr – Rautenkranz
weitere Termine: 29.04., 30.04., 07.05., 19.06., 20.06.2025
Nachgespräche im Anschluss an die Vorstellungen
Wiederaufnahme in der Spielzeit 2025/26


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